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DIE FUNKTION DES GLAUBENS

 

B.H. CLENDENNEN

 

Wenn man bedenkt, was Glaube ist – „... Alles aber, was nicht aus Glauben ist, ist Sünde.“ (Römer 14: 23), und dann heißt es „Ohne Glauben aber ist es unmöglich, Ihm wohlzugefallen ...“ (Hebräer 11: 6) und „... Alles, um was ihr auch betet und bittet, glaubt, daß ihr es empfangen habt, und es wird euch werden.“ (Markus 11: 24) – dann wird klar, daß wir ohne Glauben von Gott abgetrennt sind und damit letztendlich von Seinen Quellen. In der ersten Lektion haben wir gezeigt, daß Glaube eine Gabe von Gott ist und nicht vom Menschen ausgeht. Glaube ist keine externe Macht, mit der ich Gott manipulieren könnte, sondern eine Gabe von Gott. Wenn wir von neuem geboren sind, haben wir Glauben. Wir müssen nicht darum kämpfen. Glaube ist eine Gabe, oder eine Frucht, des Heiligen Geistes. Das müssen wir verstanden haben.

 

Im 2. Korinther 3: 18 sagt Paulus dazu: „Wir alle aber schauen mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn an und werden so verwandelt in dasselbe Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, wie es vom Herrn, dem Geist, geschieht.“ Zunächst eine logische Feststellung: Die Funktion des Glaubens ist, aus dem Ruin zu befreien. Glaube bringt uns aus der Zeit zurück in die Ewigkeit. Er soll uns von hier zu den himmlischen Örtern befördern. Als wir zu Gott kamen und durch das Evangelium von unserer Rebellion gegen Gott überzeugt wurden und umkehrten, kam in diesem Augenblick der Umkehr die Gnade des Glaubens als eine Gabe von Gott. Epheser 2: 8, „Denn aus Gnade seid ihr errettet durch Glauben, und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es;“ Als Glaube kam und wir glaubten, entstand eine neue Schöpfung.

 

Christus kam in unsere Herzen, und wir waren aus Gott geboren. Wir wurden aus der Zeit in die Ewigkeit gehoben. Wir wurden in die Himmelswelt gesetzt in Christus, aus dem Ruin gehoben in Christus. Das ganze Alte Testament zeigt das als die Funktion des Glaubens. Jede Glaubenstat, die Gott forderte, brachte einen Menschen aus dessen Stellung heraus und in die Einheit mit Gott im Himmel. Zum Beispiel Abraham: Als Gott ihn berief, mußte er im Glauben den Ort verlassen, an dem er lebte, und an den Ort gehen, den Gott ihm zeigen würde. Er ging im Glauben.

 

Die eine Funktion des Glaubens ist, wieder himmlischen Boden zu erlangen. Immer, wenn Glaube gefordert wird, ist es dasselbe: Bleibe ich in mir selbst oder bleibe ich in Gott? Der Glaube und seine Funktion bleiben immer gleich. Im Anfang setzte Gott Adam in den Garten, und der hatte zwei Möglichkeiten. Adam konnte Gott oder sich selbst wählen. Er zog es vor, in sich selbst zu bleiben und stürzte so die ganze Menschheit ins Verderben. Hätte Adam Gott gewählt, dann wäre er durch Glauben in das Bild von Gottes Sohn geformt worden. Als Israel nach Kadesch-Barnea kam, stand die Nacht kurz bevor. Vor ihnen lag das verheißene Land. Wenn sie glauben, sagte Gott, würde das Land ihnen gehören. Sie mußten eine Wahl treffen: entweder Rückzug in die Wüste, um sich zu retten, oder Vorwärtsmarsch zur Erfüllung von Gottes Verheißung. Die Wahl war einfach. Bleibe ich in mir oder in Gott? Glaube ist alle Zeit derselbe.

 

Durch die Zeit hindurch zeigen sich unterschiedliche Wirkungsformen des Glaubens, aber der Glaube ist immer derselbe. Das heißt, daß der Glaube zu jeder Epoche ein himmlisches Volk schafft. Glaube hat von je her denselben Effekt. Er wirkt gegen den Sturz in das Nicht-himmlische. Glaube fängt dich ab vor dem Fall. Glaube bringt dich wieder zur Rechtfertigung. Glaube macht dich gerecht. Durch den Glauben zählst du als niemals gefallen. Ich möchte, daß du mit mir verstehst, daß der Glaube erneuert werden muß, auch wenn er eine Gabe Gottes ist. Wir müssen immer von neuem beten, um zu glauben, daß Gott ist. Die Welt übt ständig Druck auf uns aus. Es ist möglich, etwas zu glauben mit dem Kopf aber ohne das Herz. Dinge können uns so einnehmen, daß wir nicht mehr sehen, daß Gott ist.

 

Wahrer Glaube ist, auf dem zu bestehen, was wir glauben, bis das, was für Gott real ist, für uns real wird. Jesus nennt das Glauben. Im Lukas, Kapitel 18, erzählt Jesus von einer Witwe, die zu einem ungerechten Richter ging, und ihr Recht verlangte. Zuerst lehnte der Richter ab, aber da sie immer wieder kam, wurde er weich. Er sagte sich: „Ich fürchte weder Gott noch Menschen, aber weil diese Frau mich bedrängt, will ich ihr Recht verschaffen.“ Weil sie immer wieder kam, half er ihr. Und Jesus sagte: „Gott aber, sollte er das Recht seiner Auserwählten nicht ausführen, die Tag und Nacht zu ihm schreien ...“ (Lukas 18: 7). Aber gleich darauf wirft Er ein, Vers 8: „... Doch wird wohl der Sohn des Menschen, wenn er kommt, den Glauben finden auf der Erde?“ Jesus setzt wahren Glauben mit Ausharren gleich. Dieser Glaube gehört uns, weil wir aus Gott geboren sind. Aber er kann in uns zum Erliegen kommen, wenn wir uns mit religiösem Aktivismus beladen und den Altar Gottes verlassen. Dann ist das Leben verloren und kein echtes Wirken vom Himmel. Glaube ist da, aber verstummt, weil wir anderen Dingen Platz gemacht haben.

 

Dieser Glaube versagte einmal in den Händen der Apostel. Im 17. Kapitel von Matthäus und im 9. Kapitel von Markus hatten die Jünger Dämonen ausgetrieben und Kranke geheilt. Aber hier, im Markusevangelium, war ihnen der Teufel nicht untertan. Sie konnten den Dämon nicht austreiben. Als Jesus kam, lief der Mann zu Ihm und sagte: „Ich brachte meinen Sohn zu deinen Jünger, aber sie konnten den Geist nicht austreiben.“ (Markus 9: 18). „Aber wenn du etwas kannst, so habe Erbarmen mit uns und hilf uns!“ (Vers 22). Jesus antwortete, Vers 23: „... Wenn du das kannst? Dem Glaubenden ist alles möglich.“ Jesus befreite diesen Jungen, und als Er mit Seinen Jünger allein war, fragten sie Ihn (28): „... Warum haben wir ihn nicht austreiben können?“ Das schien eine berechtigte Frage zu sein, die wohl jeder gestellt hätte. Sie hatten Dämonen ausgetrieben, und nun wollte einer nicht ausfahren. Wenn du die Geschichte liest und den Geist dahinter siehst, wollten sie doch dem Herrn die Schuld zuschieben. Mit anderen Worten: „Warum hat das bei uns nicht funktioniert? Wir haben genau das getan, was du uns gesagt hast, und nun sind wir blamiert. Warum ist nichts passiert?“ Jesus antwortete, „wegen eures Unglaubens.“ Aber Er fügte hinzu: „... Diese Art kann durch nichts ausfahren als nur durch Gebet und Fasten.“ (Vers 29). Was meint Er?

 

Unglaube und Angst kommen von dem alten Menschen, dem Fleisch. Mit Seinem Hinweis auf das Fasten sagte Jesus, daß der Glaube, zu befreien, in dir ist, aber verstummt, weil du in all deinem religiösen Tun den Altar verlassen hast. Du hast aufgehört, zu fasten und zu beten und auf den Herrn zu harren. Daher handelst du aus dir selbst. Du handelst religiös aber in Unglauben. Du tust es nach dem Lehrbuch, aber es wirkt nicht, weil dein Glaube in dir nicht wirkt. Die Funktion dieses Glaubens ist, aus dem Ruin zu befreien. Die Funktion des Glaubens, wie sie durch den Herrn Jesus demonstriert wurde, war, den Jungen aus dieser schrecklichen Besessenheit zu befreien. Das geschieht, wenn der Glaube fließen kann. Der Glaube der Jünger lag brach, weil andere Aktivitäten sie vom Altar gezogen hatten. Newton hat das irdische Gesetz der Gravitation entdeckt. Durch Gravitation fällt ein Apfel zur Erde. Wir müssen der Gravitation ständig entgegenwirken. Dieses Gesetz gibt es auch in der geistlichen Welt, es heißt „Anpassung“. Es ist das ständige Zerren der Welt, uns zu einem Teil des Systems zu machen und die Gemeinde kulturell einzunehmen. Wenn wir den Altar verlassen, dann ordnen wir uns ein. Das Eindringen anderer Dinge zieht uns weg von Gottes  Altar. Wenn wir den Altar verlassen, dann ist abzusehen, daß wir nicht mehr wirklich glauben, daß Gott ist. Wir müssen glauben, daß Gott ist. Das steht im Präsens.

 

Als Diener Christi darfst du nicht zu einem ruhmreichen Geschäftsmann für die Gemeinde werden. Du darfst der Gemeindearbeit nicht erlauben, dich vom Altar wegzuziehen. Deshalb wurden in der Apostelgeschichte Diener berufen. Als die Apostel sahen, daß der Dienst für die Witwen sie vom Altar fernhielt, also von der Kraft ihres Glaubens, beriefen sie andere, die sich um die Tische kümmern sollten. Die Apostel gaben sich dafür dem Gebet und dem Wort Gottes hin. Sie hatten ihre Lektion gelernt. Sie dachten an Markus 9. Wenn du den Altar verläßt, dann bleibt zwar der Glaube, denn du bist von neuem geboren, aber er schläft ein und kann nicht wirken. Der einzige Rückweg ist Fasten und Beten. Die Apostel reagierten darauf, indem sie andere einsetzten. Sie wußten um die Wichtigkeit der Arbeit. Sie waren ein Teil davon, sagten aber: „Wir können uns nicht mit weltlichen Dingen befassen. Wir müssen frei sein für Gebet und Gottes Wort.“

 

Als Diener Gottes mußt du dasselbe tun, wenn du die Gemeinde an Gottes vorgesehenen Ort leiten willst. „Diese Art“, sagte Er, „kann durch nichts ausgetrieben werden, als durch Fasten und Gebet.“ Wie geht das? Der Unglaube kommt aus dem alten Menschen. Beim Fasten geht es ausschließlich um das Fleisch. Gott lehrt das in Jesaja 58. Fasten hat keinen Einfluß auf Gott. Es beeinflußt auch die neue Schöpfung nur darin, daß es vom Griff des Fleisches befreit. Fasten ist unsere stärkste Waffe im Krieg zwischen Fleisch und Geist. Fasten betrifft den alten Menschen. Gebet betrifft den neuen. Wenn wir fasten, legen wir den alten Menschen nieder. Wir schwächen ihn, indem wir ihm die Nahrung verweigern. Wenn wir beten, erheben wir den neuen Menschen und können mit Paulus sagen: „nicht länger ich, sondern Christus.“ Toter Glaube wird wieder lebendig. Wir fasten nicht, um Gott darauf aufmerksam zu machen, daß Er etwas tun sollte. Wenn wir dem Unglauben erlauben, lebendigen Glauben auf religiöse Gewohnheiten zu reduzieren, dann versagt die Funktion des Glaubens. Fasten bricht das Fleisch, aus dem Unglaube entspringt.

 

Mr. Finney, einer der größten Evangelisten aller Zeiten, sagte über seinen eigenen Dienst: „Wenn ich predige, und die Leute bleiben unbeeindruckt (er predigt in anderen Worten das, was ich gerade gesagt habe), dann weiß ich, daß ich aus dem predige, was ich weiß, nicht, was ich bin.“ Seine Reaktion darauf ist folgende: „Ich ziehe mich zurück zum Gebet und Fasten. Wenn ich dann wiederkomme, dann bin nicht ich es, sondern Christus.“ Glaube wird freigesetzt. Wenn die neue Schöpfung wirksam ist, dann ist der Glaube wirksam. Der Glaube verändert Menschenleben, heilt Kranke, treibt Dämonen aus. Das ist die Funktion des Glaubens. Damit der Glaube wirken kann, muß das Fleisch in Knechtschaft gehalten werden. Wird der Altar verlassen, kommt das Fleisch zur Auferstehung. Das ist den Jüngern passiert, und es passiert uns ständig. Wir brauchen Zeiten des Gebetes, um zu glauben, daß Gott ist. Wenn dieser Glaube Gottes, der in jedem Kind Gottes vorhanden ist, freigesetzt wird, dann geschieht etwas sehr positives. Wenn dieser Glaube frei wird, dann heilt, rettet und befreit er alles, was er berührt.

 

Hesekiel sah den Fluß aus dem Tempel fließen. Der Fluß trennte sich niemals vom Altar. Der Altar nimmt alles, was nicht Christus ist. An seinen Ufern brachte dieser Fluß Bäume hervor, die jeden Monat neue Frucht brachten, und die Blätter der Bäume waren zur Heilung der Völker. Bäume symbolisieren Menschen. Wenn er fließen kann, erzeugt der Fluß geistliche Bäume, deren Blätter die Völker heilen. Der Geist, der Glaube, der Wille und das Wort Gottes werden eins, wenn du dich in Gottes Plan bewegst. Als ich gerade von neuem geboren war, sah ich alle diese Wege, das Wort Gottes, den Geist Gottes, den Willen Gottes, den Glauben Gottes. Aber durch beten und lernen erkannte ich, daß alle eins werden und zusammen fließen. Wenn der Geist Gottes fließt, dann fließt Glaube, denn Glaube ist Frucht und Gabe dieses Geistes. Wenn also irgend etwas den Fluß von Gottes Geist zurückhält, dann fließt der Glaube nicht mehr. Wird der Glaube unterbrochen, dann auch seine Funktion.

 

Wenn wir den Kranken die Hände auflegen und sie werden nicht gesund, wenn wir dem Teufel gebieten, auszufahren und er tut es nicht, wenn wir Christus predigen und die Leute werden nicht errettet, dann hemmt irgend etwas den Fluß des Geistes. Folglich ist der Fluß des Glaubens gestört. Solange wir dieses Hemmnis nicht beseitigen, wird nichts passieren. Was müssen wir tun? Wir bringen die Gemeinde zurück zum Altar, so daß Gott durch den Geist die Hindernisse des Glaubens beseitigen kann. Wenn diese Dinge verschwunden sind und der Fluß wieder fließt, dann beginnt der Glaube zu wirken. Es ist nicht Sache des Glaubens, Gott zu betteln. „Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte ...“ (Jesaja 58: 8). Das Leben Gottes beginnt zu fließen und heilt alles, was es berührt. Wenn die Hindernisse beseitigt sind und der Fluß wieder fließt, dann wird die Erweckung, die wir suchen, wahr werden.

 

Die Gemeinde, deren Pastor ich 35 Jahre lang war, wurde aus Erweckung geboren und bestand einige Jahre in Erweckung. In jedem Gottesdienst geschah etwas. Menschen wurden geheilt, Lahme konnten wieder gehen. Es war wundervoll. Mit der Zeit wurde das alles immer weniger. Gott rief mich zu einem Fasten auf. Er sprach mit mir zu Weihnachten. Er sagte, ich solle zu Neujahr das Abendmahl einnehmen und dann bis Ende Januar nichts mehr essen. Ich begann am 1. Januar zu fasten, um Gott ernsthaft zu suchen. Mitte Januar brach die Erweckung durch. Ich wollte das Fasten abbrechen, dachte aber an Gottes Gebot, bis Ende Januar durchzuhalten. Durch fasten und beten geschahen Dinge. Leute, die im Gebet nachlässig geworden waren, kehrten um. Viele bekannten, daß sie den Altar verlassen, das Wort abgelehnt, etwas gegen andere Geschwister hatten. Andere bekannten einen unversöhnlichen Geist, Habgier oder Ungenauigkeit beim Zehnten. Als die Gemeinde vor Gott umkehrte, brach Erweckung aus und blieb fünf Jahre lang.

 

Die Funktion des Glaubens ist zu heilen, zu retten, zu befreien. Wenn wir den Dingen des Fleisches erlauben, sich mit den geistlichen zu mischen, wird der Fluß des Glaubens behindert. Dadurch wird die Funktion des Glaubens eingeschränkt. Wenn wir diesen Fehler nicht korrigieren, dann wird der Fluß vollkommen gestoppt. Was ist die Funktion des Glaubens? Aus dem Verderben zu heben und uns auf himmlischen Boden zu befördern.

 

soceurope@live.co.uk

School of Christ International - Deutchland

 





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